Mit dem Bau des Kraftwerks Augst-Wyhlen begann sich der Rhein nachhaltig zu verändern. Während damals noch eine große Artenvielfalt herrschte, wurde der Lebensraum vieler Wanderfische zunehmend eingeschränkt. Besonders der Lachs war von den Querverbauungen betroffen
100 Jahre Vereinsgeschichte
Was 1925 mit acht engagierten Fischern begann, ist heute ein moderner Verein mit einer starken Gemeinschaft, aktiver Jugendarbeit und großem Engagement für Natur und Gewässerschutz.
Die Folgen der Inflation und der hohen Arbeitslosigkeit führten am Hochrhein zu großer Armut. Ein Kaffee kostete im Hotel Schützen bereits 6.000 Mark. Viele Familien konnten sich kaum noch ausreichend Lebensmittel leisten. Fisch wurde deshalb zu einer wichtigen Ergänzung des Speiseplans. Die von den Berufsfischern ausgegebenen Angelerlaubnisscheine kosteten bis zu 60 Reichsmark – bei einem Stundenlohn von nur etwa 0,75 Reichsmark für einen Handwerker.
Am 19. September 1925 gründeten acht Männer unter der Führung von Hans Haaf den Fischereiverein Bad Säckingen. Anders als heute stand nicht die Leidenschaft für das Angeln im Vordergrund. Ziel war es, bezahlbare Angelkarten zu erhalten und den Speiseplan der Familien durch selbst gefangenen Fisch zu bereichern.
Mit der Vereinsgründung war die erste Hürde genommen. Nun mussten Angelerlaubniskarten beschafft werden. Das Fischrecht für den Rheinabschnitt bei Säckingen lag bei den Fischermeistern Lüthy aus Murg und Keser aus Schwörstadt. Die Unterpacht für das Los 14 hatte Fridli Gerspach. Nach zähen Verhandlungen und mit Unterstützung des damaligen Domänenamtes Säckingen erhielt der Verein schließlich zehn Angelkarten für das Los 14, fünfzehn für das Los 15 und zwanzig für das Los 13. Damit war die Mitgliederzahl zunächst auf 45 Personen begrenzt.
Wer Mitglied im Verein werden wollte, musste seinem Aufnahmeantrag ein polizeiliches Führungszeugnis beifügen. Darin waren damals auch kleinere Vergehen wie Schmuggel, Strafzettel oder Nachbarschaftsstreitigkeiten vermerkt. Wer als unzuverlässig galt, musste mit der Ablehnung seines Aufnahmeantrags rechnen.
Mit der Inbetriebnahme des Kraftwerks Ryburg-Schwörstadt wurde der Aufstieg des Lachses endgültig unterbrochen. Trotz des damals noch großen Fischreichtums veränderte sich der Rhein damit dauerhaft.
Die Arbeitslosigkeit hielt bis in die frühen 1930er Jahre an. Viele Mitglieder konnten sich die Angelkarte kaum leisten. Deshalb beschloss der Verein eine soziale Regelung: Arbeitslose zahlten lediglich zehn Reichsmark für ihre Angelkarte, besser gestellte Mitglieder zwanzig Reichsmark. Auch der Jahresbeitrag konnte in monatlichen Raten bezahlt werden, die der Kassierer persönlich an den Haustüren einsammelte.
Mit der Wahl von Josef Isemann zum 1. Vorsitzenden begann eine prägende Phase der Vereinsgeschichte. Er führte den Fischereiverein bis 1973 und legte den Grundstein für die weitere Entwicklung des Vereins.
1974 übernahm Klaus Isemann den Vorsitz seines Vaters. Bis 1994 führte er den Verein und setzte die erfolgreiche Entwicklung fort.
Mit Willi Uiker begann 1995 ein neues Kapitel der Vereinsgeschichte. Während seiner Amtszeit entstand in Eigenleistung und mit der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Mitglieder das Vereinsheim – ein Zeichen des starken Zusammenhalts innerhalb des Vereins.

